Der Tod eines philippinischen Wanderarbeiters, der aus einem fahrenden Auto sprang, um seinem Arbeitgeber zu entkommen, hat gravierende Mängel im australischen Arbeitsschutz für Wanderarbeiter offengelegt. Jerwin Royupa hielt sich mit einem Ausbildungsvisum legal im Land auf und war in einem Weingut in der Nähe eingesetzt. Statt einer strukturierten Ausbildung erhielt er, wie die bei einer gerichtlichen Untersuchung vorgelegten Beweise zeigen, Ausbeutung und Arbeitsbedingungen, die Zwangsarbeit gleichkommen. Dies hat erneut Forderungen nach einer dringenden Reform laut werden lassen.
Ein Schein-Schulungsprogramm und Warnzeichen
Im Jahr 2019 kam der 21-jährige Jerwin Royupa als Hochschulabsolvent nach Australien. Ihm war eine Ausbildungsstelle angeboten worden, die eine großzügige Vergütung und die Aussicht auf den Erwerb neuer Fähigkeiten beinhaltete. Fünf Wochen später sprang er aus dem fahrenden Auto seines Arbeitgebers, offenbar in einem Fluchtversuch. Er erlag wenige Tage später seinen Verletzungen.
Seine Schwester Jessa Joy Royupa erzählte es Wellington Times:
Wir wissen, dass Jerwin durch ein betrügerisches Ausbildungsprogramm getäuscht wurde. Wir wissen, dass er Angst vor seinem Arbeitgeber hatte. Wir wissen, dass er mehrere Risikofaktoren für Zwangsarbeit aufwies.
Die gerichtsmedizinische Untersuchung nach seinem Tod ergab, dass Jerwin in den Tagen zuvor zunehmend Angst vor seinem Visumsponsor entwickelt hatte. Entgegen den Bestimmungen seines Visums verrichtete er ausschließlich körperliche Arbeit, anstatt eine Ausbildung zu erhalten. Die Untersuchung ergab, dass er zu übermäßigen Arbeitszeiten gezwungen wurde, zeitweise bis zu 60 Stunden pro Woche. Bezeichnenderweise hatte er keinen Zugriff auf seinen Reisepass – ein typisches Anzeichen für moderne Sklaverei.
Diese Erkenntnisse haben ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Aufsicht über das Ausbildungsvisaprogramm und der Schutzmaßnahmen zum Schutz von Wanderarbeitern vor Ausbeutung hervorgerufen.
„Unser System hat es nicht bereitgestellt.“
Die durch Jerwins Tod ausgelöste Untersuchung stellt eine wichtige Premiere in Australien dar. Es ist das erste Mal seit der Kriminalisierung moderner Sklaverei im Jahr 2013, dass Bedenken hinsichtlich Zwangsarbeit formell geprüft werden. Sechs Empfehlungen wurden ausgesprochen. Eine davon war die Aufforderung an den Innenminister, eine interne Überprüfung durchzuführen, um aus dem Fall Lehren zu ziehen. Eine weitere Empfehlung betrifft die Notwendigkeit einer formellen Überprüfung des Ausbildungsvisaprogramms selbst, insbesondere inwiefern diese Mängel die Möglichkeit von Arbeitsausbeutung eröffnen könnten.
Der australische Anti-Sklaverei-Beauftragte Chris Evans sagen wir es ganz offen:
Jerwin verdiente Schutz und Unterstützung. Unsere Systeme haben diese nicht gewährleistet.
Das Innenministerium leistete der Untersuchung umfassende Unterstützung und erklärte, es prüfe die Ergebnisse und Empfehlungen sorgfältig:
Die Behörde spricht der Familie und den Freunden von Herrn Royupa ihr Beileid aus… (und) arbeitet an einer Verschärfung der Bestimmungen für das Ausbildungsvisum, um die Visuminhaber zu schützen, und wird die Erkenntnisse des Gerichtsmediziners in diese Arbeit einbeziehen.
Jerwins Schwester ist der Ansicht, Australien müsse noch viel mehr tun, um die Sicherheit der hier arbeitenden Menschen zu gewährleisten. Aktivisten fordern daher dringend notwendige Änderungen im Umgang mit moderner Sklaverei, beispielsweise die Einrichtung einer nationalen Anti-Sklaverei-Hotline. Darüber hinaus seien verpflichtende Schulungen für Polizisten erforderlich, die in Gebieten arbeiten, in denen moderne Sklaverei leichter zu verbergen ist – insbesondere in ländlichen, abgelegenen Regionen wie dem Weingut, auf dem Jerwin arbeitete.
Dringende Schutzlücken
Der Tod von Jerwin Royupa verdeutlicht die Risiken, denen Wanderarbeiter ausgesetzt sind, wenn ihr Visastatus an einen einzigen Arbeitgeber gebunden ist und die Kontrollmechanismen versagen. Der Fall hat die Notwendigkeit einer strengeren Überwachung von arbeitgeberfinanzierten Visa, klarerer Meldewege für Missbrauchsopfer und zugänglicher Unterstützungsangebote für gefährdete Arbeitnehmer hervorgehoben.
Schwester Jessa Joy sagte:
Keine Familie sollte den Herzschmerz erleben müssen, den wir durchgemacht haben.
Befürworter argumentieren, dass die Verhinderung ähnlicher Tragödien eine systemische Reform erfordert, darunter eine verbesserte Rechenschaftspflicht, eine bessere Ausbildung der Einsatzkräfte und einen stärkeren Schutz für Wanderarbeiter.
Jerwins Fall hat uns eindringlich daran erinnert, dass legale Migrationswege Arbeitnehmer nicht der Ausbeutung aussetzen dürfen. Dies ist ein zentrales Anliegen unserer Kampagne für sichere Migration. Nehmen Sie noch heute am Aufruf teil.
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