In einem Videobericht vom Montag beschrieb Al Jazeera die sich verschlimmernde Lage der Wanderarbeiter im Libanon, wo eine tiefe Wirtschaftskrise die prekäre Position, die sie unter den Arbeitskräften des Landes innehaben, noch verschärft hat.
Es wird bereits davon ausgegangen, dass Wanderarbeiter im Libanon einem hohen Risiko der Ausbeutung ausgesetzt sind.
Migranten sind nicht durch die Arbeitsgesetze des Landes geschützt und müssen stattdessen über ein Sponsoringsystem in die Arbeitswelt eintreten, was nach Ansicht vieler zu ihrer Ausbeutung führt – und zur Straflosigkeit für Arbeitgeber.
Doch mit der aktuellen Wirtschaftskrise des Landes ist die Lage kritisch geworden. Im Libanon herrscht ein gravierender Mangel an US-Dollar, an den die lokale libanesische Lira gekoppelt ist.
Infolgedessen wurden die Löhne teilweise um die Hälfte gekürzt, da sich die Arbeitgeber dafür entschieden, ihre Arbeiter in Lira zu bezahlen.
Wanderarbeiter, die darum kämpfen, über die Runden zu kommen – ganz zu schweigen davon, Geld an ihre Familien zu überweisen –, sehen sich daher zunehmend der Gefahr von Ausbeutung und Zwangsarbeit durch skrupellose Arbeitgeber ausgesetzt.
Experten und Wanderarbeiter selbst teilten ihre Ansichten mit Al Jazeeraist Sara Khairat in Beirut.
„Ich kann kein Geld nach Bangladesch schicken. Ich kann mir nur Essen und Trinken leisten. 100 Dollar sind jetzt nur noch 50 Dollar wert. Diese Dollarkrise begann vor vier oder fünf Monaten, und die ausländischen Arbeiter hier leiden – nicht nur ich … Das ist das Schlimmste, was ich in den 12 Jahren, die ich hier lebe, erlebt habe. Aber nur Gott weiß, was die Zukunft bringt.“ — Mohamed, Gemüseverkäufer
„Der finanzielle Abschwung hat uns alle getroffen, aber ausländische Arbeitnehmer gehören zu den am stärksten gefährdeten Arbeitnehmern – insbesondere aufgrund des fehlenden Rechtsschutzes. Aufgrund der Geldknappheit erhalten einige ihre Gehälter nicht und sind mit der Miete in Verzug, was die Gefahr einer weiteren Ausbeutung verdoppelt.“ — Zeina Mezher, Internationale Arbeitsorganisation
„Das Sponsoring-System führt nicht nur dazu, dass viele ausländische Arbeitnehmer im Libanon ausgebeutet werden, sondern auch, dass Arbeitgeber oder Täter ungestraft davonkommen.“— Nizar Saghieh, Die rechtliche Agenda
Die schwierige Situation könnte durch den Vorschlag der Regierung verschärft werden, dass die Einheimischen mit der Krise fertig werden sollten, indem sie schlecht bezahlte Stellen übernehmen, die typischerweise von Migranten besetzt werden, was ihre Möglichkeiten beim Zugang zu Beschäftigung und finanziellen Ressourcen möglicherweise noch weiter einschränken würde.
Organisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International fordern seit langem eine Reform des libanesischen Sponsoringsystems und die Schaffung eines rechtlichen Schutzes für Wanderarbeiter.
Gerade in solchen Krisenzeiten werden wir Zeuge, wie wichtig dieser Schutz ist.
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