Tradition oder Tragödie? Debatte über Kinderheirat in Ghana

Tradition oder Tragödie? Debatte über Kinderheirat in Ghana

  • Veröffentlicht am
    1. April 2024
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  • Kategorien:
    Zwangsheirat
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Eine traditionelle Trauung eines 12-jährigen Mädchens mit einem 63-jährigen Priester in Accra, Ghana, hat im ganzen Land und auf der ganzen Welt Empörung ausgelöst. Der BBC berichtet, dass der Priester Nuumo Borketey Laweh Tsuru XXXIII sie am Samstag in einer traditionellen Zeremonie geheiratet hat.

Kontroverse Zeremonie

Auf online geteilten Fotos und Videos sind Dutzende Gemeindemitglieder bei der Zeremonie zu sehen. Während der Zeremonie hörte man, dass Frauen dem Mädchen sagten, sie solle sich „aufreizend für ihren Mann kleiden“. Während Gemeindevorsteher behaupteten, die Zeremonie sei reine Tradition und Sitte, scheint es anders zu sein, wenn man hört, wie die Frauen dem Mädchen Ratschläge geben, wie man sich auf die Pflichten der Ehefrau vorbereitet.

In der indigenen Gemeinschaft der Nungua werden Hohepriester, wie in diesem Fall Herr Tsuru, auch „Gborbu Wulomo“ genannt und zählen zu den höchsten traditionellen Führern. Sie bringen Opfer für die Gemeinschaft, setzen kulturelle Traditionen durch und beten für ihren Schutz. Andererseits stammt das Mädchen aus einer Familie, die der Überlieferung nach in einem spirituellen Prozess dem Priester eine Braut zur Verfügung stellen muss, um den Göttern zu dienen.

Die Zeremonie stieß in und außerhalb der sozialen Medien auf heftige Kritik und verlangte von den Behörden, sich einzumischen.

„Die wahrgenommene Akzeptanz von Kinderehen und die offene dreiste Billigung oder Verteidigung dieser Praxis durch einflussreiche Führer der Gemeinschaft haben das Potenzial, bestimmte abweichende Verhaltensweisen wie Pädophilie zu fördern.“ – Pädiatrie-Vereinigung von Ghana

Berichten zufolge wurden das Mädchen und ihre Mutter inzwischen unter Polizeischutz gestellt und erhalten „die nötige Unterstützung“. Es kam jedoch zu keinen Festnahmen.

Kinderheirat ist in Ghana illegal

Nach ghanaischem Recht müssen beide Partner einer Ehe mindestens 18 Jahre alt sein. Zwar werden gewohnheitsrechtliche Ehen anerkannt, sie dürfen jedoch Kinderehen nicht verschleiern. Dennoch gibt es laut UNICEF in dem westafrikanischen Land zwei Millionen Ehen, bei denen die Ehefrau zum Zeitpunkt der Eheschließung eine Kindsbraut war. Neunzehn Prozent dieser Mädchen heiraten, bevor sie 18 werden, und 5 Prozent heiraten, bevor sie ihren 15. Geburtstag feiern. Mehr als 90 % dieser Mädchen gehen nicht zur Schule. Bemerkenswert ist allerdings auch, dass die Zahlen rückläufig sind.

Durch das Verbot von Kinderehen können Regierungen Maßnahmen zur Beseitigung von Zwangsverheiratungen von Kindern in ihren Ländern ergreifen. Aus diesem Grund wurde eine Zusage ins Leben gerufen, die zur Beendigung von Zwangsverheiratungen beitragen soll. Engagieren Sie sich gemeinsam mit über 100,000 Menschen für den Kampf für Mädchen auf der ganzen Welt!

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