Ein kürzlich von der King’s Business School veröffentlichter Bericht beleuchtet ein gravierendes Problem im britischen Wohnungsbausektor: das unzureichende Verständnis und die mangelhafte Dokumentation der Risiken moderner Sklaverei. Trotz des bedeutenden wirtschaftlichen Beitrags der Branche und des politischen Bestrebens, das Wohnungsangebot zu erhöhen, werden die Risiken von Zwangsarbeit und Arbeitsausbeutung weitgehend ignoriert. Und dieses fehlende Bewusstsein ebnet möglicherweise den Weg für Ausbeutung.
gravierende Verständnislücken
Rund 40 % der britischen Bauleistung entfallen auf den Wohnungsbau. Von den 67 bestehenden Forschungsarbeiten zum Thema Arbeitsausbeutung, die von Wissenschaftlern ausgewertet wurden, befassten sich jedoch nur 12 explizit mit dem Wohnungsbau. Der Bericht wurde vom Direktor der Arbeitsmarktaufsicht und dem Zentrum für moderne Sklaverei und Menschenrechtspolitik (PEC) in Auftrag gegeben. Dr. Gabriela Gutierrez-Huerter O, Dozentin für Internationales Management an der King’s Business School, war eine der Forscherinnen. Sie erklärte, der Bericht weise auf „gravierende Wissenslücken“ im Bereich moderner Sklaverei im Wohnungsbau hin.
Dr. Gutierrez-Huerter O angegeben:
Wir stellten fest, dass Ausbeutung zwar allgemein als Risiko im Baugewerbe anerkannt ist, der Wohnungsbau jedoch bisher unzureichend erforscht wurde. Diese Forschungslücke schränkt die Möglichkeiten von Regierung und Wirtschaft ein, Schäden zu erkennen oder zu verhindern.
Der Bericht beschreibt das Bewusstsein für moderne Sklaverei in diesem Sektor als unzureichend verstanden, unterforscht und weitgehend undokumentiert. Dies ist besonders besorgniserregend angesichts der anhaltenden Bemühungen der britischen Regierung, den Neubau von Wohnungen zu fördern. Mehr Wohnungen bedeuten mehr Arbeitskräfte, und mehr Arbeitskräfte bedeuten möglicherweise mehr Ausbeutung, wenn sich nichts ändert.
Schwache Überwachung und unklare Verantwortlichkeit = Weg zur Ausbeutung
Besorgniserregenderweise berichteten die Studienteilnehmer von zahlreichen Hindernissen bei der Bekämpfung und Aufdeckung moderner Sklaverei in diesem Sektor. Besonders besorgniserregend waren die begrenzten Kapazitäten für proaktive Inspektionen und die Verzögerungen zwischen Ermittlungen und Berichterstattung. Darüber hinaus weist der Bericht auf Sicherheitsbedenken hin, die Inspektoren davon abhalten, ihre Feldarbeit sicher durchzuführen. Dies verschärft die Herausforderung, Ausbeutung zu erkennen und zu bekämpfen sowie Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen.
Der Co-Autor des Berichts und Postdoktorand Dr. Furqan Suhail teilte mit:
Es besteht die ernsthafte Sorge, dass die Bemühungen um den Wiederaufbau Großbritanniens nicht durch ausreichende Durchsetzungskapazitäten begleitet werden. Moderne Sklaverei gedeiht dort, wo die Überwachung schwach und die Verantwortlichkeit unklar ist.
Von ausbleibenden Löhnen und Verstößen gegen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften bis hin zu Schuldknechtschaft und Zwangsarbeit: Überschneidende Formen der Arbeitsausbeutung sind im Baugewerbe weit verbreitet. Je länger die Lieferkette, desto intransparenter und schlechter kontrolliert ist sie. Und desto wahrscheinlicher ist es, dass Ausbeutung unentdeckt bleibt. Aufgrund des hohen Anteils informeller Beschäftigung und des weit verbreiteten Einsatzes von Arbeitsvermittlern ist der Wohnungsbau besonders anfällig für diese Risiken. Der Bericht hebt hervor, dass Wanderarbeiter einem noch größeren Ausbeutungsrisiko ausgesetzt sind. Sprachbarrieren und mangelndes Wissen darüber, wie man Missbrauch meldet, führen dazu, dass viele schweigen.
Freedom United unterstützt die Forscher in ihrem Aufruf zu gezielten Investitionen in die Datenerhebung, einschließlich arbeitnehmerorientierter Forschung, verbesserter Meldeverfahren und klarerer Durchsetzungsprotokolle, um Risiken besser zu begegnen, bevor sie zu schwerwiegender Ausbeutung eskalieren. Doch die Verantwortung endet nicht bei der Regierung. Auch Unternehmen und Entwickler müssen für Ausbeutung in ihren Lieferketten zur Rechenschaft gezogen werden.
Deshalb ist Freedom United sich für stärkere Gesetze zur Unternehmensverantwortung einsetzen Das muss sicherstellen, dass Unternehmen nicht länger von Zwangsarbeit profitieren oder Missbrauch ignorieren können. Es ist an der Zeit, bessere Schutzmaßnahmen zu schaffen und dafür zu sorgen, dass kein Haus mehr durch moderne Sklaverei beschädigt wird.
Freedom United ist daran interessiert, von unserer Community zu hören und begrüßt relevante, fundierte Kommentare, Ratschläge und Einblicke, die die Diskussion rund um unsere Kampagnen und Interessenvertretung voranbringen. Wir wertschätzen Inklusivität kombiniert mit einem nachhaltigen Materialprofil. Umwelt und Kunden innerhalb unserer Gemeinde. Um genehmigt zu werden, sollten Ihre Kommentare höflich sein.