Olam International, einer der größten Kakaobohnenproduzenten der Welt, ist eines von drei Unternehmen, denen vom brasilianischen Staat Anklage wegen Arbeitsmissbrauchs in ihren Lieferketten droht.
Auf der Website von Olam wird seinen Kunden mitgeteilt, dass ihre Schokolade „auf eine Art und Weise hergestellt wurde, die die am stärksten gefährdeten Menschen und Umgebungen in der Lieferkette unterstützt“, doch in ihrer Erklärung vor Gericht sagten ihre Anwälte: „Der Käufer der Ware hat keine Möglichkeit zu erfahren, woher sie kommt.“
Die Thomson Reuters Foundation erhielt einen exklusiven Einblick in die Einreichung und Berichte,
In seiner Stellungnahme sagte Olam, dass 90 % seines Kakaos in Brasilien von „indirekten Lieferanten“ stammten – Bauern, die ihre Bohnen an Zwischenhändler verkaufen, die sie wiederum zur Verarbeitung an Olam verkaufen – was es unmöglich machte, die Bohnen zurückzuverfolgen.
Das Unternehmen hat zuvor erklärt, dass es in der Lage sei, 100 % des von ihm bezogenen Kakaos direkt zurückzuverfolgen.
„Es ist offensichtlich, dass Kakao, der an einem Ort gekauft und an Kuriere, Genossenschaften, Getreideproduzenten, lokale Lager usw. geschickt wird, bis er den Endkäufer erreicht, nicht der Nachverfolgung unterliegt“, sagten die Anwälte des Unternehmens.
Die Anschuldigungen gehen auf einen Bericht der brasilianischen Bundesstaatsanwaltschaft für Arbeit und der Internationalen Arbeitsorganisation aus dem Jahr 2018 zurück, in dem Tausende von Fällen von Kinderarbeit und Schuldverschreibungen von Bauern in der brasilianischen Kakaoindustrie aufgedeckt wurden.
Margarete Matos de Carvalho, die den Fall verfolgt, sagte, dass der Einsatz von Mittelsmännern es Olam erlaube, bei Arbeitsrechtsmissbräuchen die Augen zu verschließen und gleichzeitig ein Lippenbekenntnis zu fairen Praktiken abzulegen. Dies scheint auf jeden Fall der Fall zu sein, wenn das Unternehmen verkündet, dass es „Null-Toleranz“ gegenüber Zwangsarbeit gibt.
Dies ist ein häufiger Refrain von Unternehmen auf der ganzen Welt, die leider wenig tun, um ihren erklärten Werten gerecht zu werden. Die Freedom United-Gemeinschaft war Kampagnen Wir wollen die Kindersklaverei in den Lieferketten der Schokoladenunternehmen beenden, aber der Kampf ist hart, da sich große Marken hinter Dritten und Gesetzeslücken verstecken.
Doch je mehr Fälle vorgebracht und an die Öffentlichkeit gebracht werden, desto schwieriger wird es für den Geschäftsbetrieb, wie gewohnt weiterzumachen.
Sollte de Carvalho Erfolg haben, drohen dem Unternehmen Schadensersatz in Höhe von 58 Millionen US-Dollar.
Mach mit bei der Kampagne fordert die Schokoladenunternehmen auf, mehr zu tun, um die Ausbeutung von Kindern im Kakaosektor zu beenden.
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