Während Neufundland und Labrador zunehmend auf Zuwanderer und Migranten als Arbeitskräfte angewiesen sind, um wichtige Industriezweige zu stützen, warnen Menschenrechtsaktivisten vor einem Anstieg des Arbeitsausbeutungswesens – angeheizt durch Kanadas schwerwiegende Mängel im Arbeitsrecht. Zeitarbeitsprogramm für ausländische Arbeitnehmer (TFWP). Obwohl die offiziellen Meldungen in der Provinz weiterhin relativ niedrig sind, betonen Experten, dass dies kein Zeichen von Sicherheit ist. Vielmehr deutet es darauf hin, dass das Schweigen durch Angst, Isolation und strukturelle Verwundbarkeit bedingt ist.
Laut einem neuen Bericht des Canadian Centre to End Human Trafficking stiegen die Meldungen über mutmaßlichen Arbeitsausbeutung in ganz Kanada im Jahr 2024 im Vergleich zu den Vorjahren um 317 Prozent. Julia Drydyk, die Geschäftsführerin des Zentrums, benennt in einem Artikel die Ursache des Problems. The Independent:
Migranten werden durch strukturelle Ungleichheiten im Programm für befristete ausländische Arbeitskräfte besonders gefährdet. Wenn Arbeitgeber diese Schwächen ausnutzen, schafft dies die Voraussetzungen für Ausbeutung.
Politische Besorgnis ohne Schutz
Trotz zunehmender Beweise hat sich die politische Führung Neufundlands und Labradors noch nicht zu einer wirklichen Reform verpflichtet. Premierminister Tony Wakeham erklärte, er sei „stolz darauf, ein gewerkschaftsfreundlicher Premierminister zu sein“. Doch auf die direkte Frage, ob seine Regierung den Schutz von Wanderarbeitern gesetzlich gewährleisten würde, blieb seine Antwort vage.
Für Aktivisten reicht Besorgnis ohne Taten nicht aus. Dolores Mullings, Professorin an der Fakultät für Sozialarbeit der Memorial University, bringt es auf den Punkt: „Besorgnis allein genügt nicht. Man muss auch Taten folgen lassen.“
Isolation, Angst und geschlossene Genehmigungen
Migranten in ländlichen und abgelegenen Gebieten sind besonders gefährdet. Drydyk merkt an, dass Ausbeutung oft dort gedeiht, „wo Branchen ausländische Saisonarbeitskräfte einstellen“, aber die Aufklärung und die Durchsetzung der Gesetze unzureichend sind. Neufundland und Labrador sind stark auf ausländische Arbeitskräfte in der Fischverarbeitung, im Gesundheitswesen, im Baugewerbe und in der Landwirtschaft angewiesen – Sektoren, in denen die Arbeiter häufig mit befristeten Arbeitsgenehmigungen beschäftigt sind, die ihnen einen Arbeitsplatzwechsel verwehren.
Maria Mulcahy von der Public Legal Information Association of Newfoundland and Labrador beschreibt die verheerenden Folgen:
Wenn etwas schiefgeht oder sie Ausbeutung oder Schaden erleiden, könnten sie ihren Job und auch ihr Zuhause verlieren.
Aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen, Abschiebung oder Obdachlosigkeit scheuen sich viele, sich zu melden. Wie die Menschenrechtskommission von Neufundland und Labrador bestätigt, verzichten viele Arbeitnehmer „aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen oder aufenthaltsrechtlichen Konsequenzen darauf, das Beschwerdeverfahren einzureichen“.
Der Weg nach vorne
Andere Provinzen haben gezeigt, dass Veränderungen möglich sind. Prince Edward Island und British Columbia haben Gesetze speziell für Wanderarbeiter eingeführt, darunter Verbote von Vermittlungsgebühren und Passentzug. Neufundland und Labrador müssen diesem Beispiel folgen und die Bundesregierung drängen, das geschlossene System der Arbeitsgenehmigungen vollständig abzuschaffen.
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